Wasserentnahmen Bergtheimer Mulde 2020

Auskunft über die genehmigten und gemeldete Wasserentnahmemengen und Brunnen vom LRA WÜ gemäß dem bayerischen Umweltinformationsgesetz, Stand 21.06.2021.

Jede Zeile in der nachfolgende Tabelle steht für einen landwirtschaftlichen Betrieb.
Brunnen für den privaten Gebrauch sind nicht aufgelistet.

Fußnoten / Abkürzungen:
(a) X = noch keine Verlängerung notwendig

(b) Werte selbst aus den vorherigen Spalten abgeleitet (nicht vom LRA WÜ)
GOK: Geländeoberkante

# Gemeinde Gemarkung Genehmigt am Gültig bis Genehmigte Entnahmemenge m³/jhrl. Grundwasser Tatsächl. Entnahmemenge m³/jhrl. 2020 Genehmigte Tiefe in m Verlängerung beantragt? (a)
Anzahl der Brunnen (b)
Durchschnitt m³/a/Brunnen (b)
   1 Bergtheim Bergtheim 21.04.2020 31.12.2030 300 163 41 X 1  300
   2 Bergtheim Opferbaum 02.02.2015 31.12.2024 3.800 3.721 keine Angaben im Bescheid X 1  3.800
   3 Bergtheim Bergtheim 08.04.2021 31.12.2021 25.000 24.507 47 / 36 / 20 / 32 / 43 / 44 / 21 (mehrere Flur-Nrn.) ja 7  3.571
   4 Bergtheim Bergtheim 02.09.2019 31.12.2022 5.500 1.817 60 / 37 / 60 X 3  1.833
   5 Bergtheim Opferbaum 04.09.2019 31.12.2024 5.000 noch nicht gemeldet 35 X 1  5.000
   6 Bergtheim Opferbaum 30.10.2018 31.12.2033 300 noch nicht gemeldet 29 X 1  300
   7 Bergtheim Bergtheim 14.02.2008 31.12.2023 3.000 noch nicht gemeldet auf das 1. Grundwasserstockwerk (Unterer Keuper) beschränkt X 1  3.000
   8 Bergtheim Bergtheim 03.01.2020 31.12.2023 5.000 noch nicht gemeldet 16 X 1  5.000
   9 Bergtheim Bergtheim, Dipbach 08.04.2021 31.12.2021 90.000  86.297 40; 30; 28,7; 30; 33; 49; 54; 146; 10; 10; 10; 10; 14; 12; 7,6; 30; 28,7; 30; 9 (max. Absenkung über GOK)  nein 19 4.737
 10 Bergtheim Bergtheim 06.07.2009 31.12.2019 2.000 1.865 31,2 nein 1  2.000
 11 Bergtheim Bergtheim 25.03.2013 31.12.2021 6.000 6.500 k.A. ja 1  6.000
 12 Bergtheim, Unterpleichfeld Bergtheim, Unterpleichfeld, Opferbaum 13.08.2018 20.05.2025 49.500 39.757 10,5; 21; 60; 42;  X 4  12.375
 13 Estenfeld Estenfeld 28.05.2020 31.12.2030 500 195 33 X 1  500
 14 Estenfeld Estenfeld 16.10.2018 31.12.2033 2.000 1.904 18 X 1  2.000
 15 Estenfeld Mühlhausen 15.03.2007 31.12.2022 220 45,26 Absenkung des Betriebswasserspiegels nicht unter 14 m unter GOK X 1  220
 16 Estenfeld Estenfeld 25.05.2011 31.12.2020 4.000 noch nicht gemeldet Absenkung des Betriebswasserspiegels nicht unter 125 m unter GOK nein 1  4.000
 17 Hausen Rieden 02.11.2016 31.12.2021 30.000 18.817 Die Bohrtiefe ist auf das 1. Grundwasserstockwerk (Unterer Keuper) zu beschränken nein 1  30.000
 18 Hausen Erbshausen 07.01.2021 31.12.2030 3.000 1.070 6,5 X 1  3.000
 19 Hausen Hausen 09.05.2011 31.12.2021 1.500 noch nicht gemeldet Durch geeignete Maßnahmen ist sicherzustellen, dass der Betriebswasserspiegel nicht unter 21 m unter GOK absinkt. nein 1  1.500
 20 Hausen Rieden 30.08.2018 31.12.2038 220 59,5 27 X 1  220
 21 Hausen Hausen 10.03.2011 31.12.2022 9.000 noch nicht gemeldet Die Bohrtiefe ist auf das 1. Grundwasserstockwerk (Unterer Keuper 2) zu beschränken X 1  9.000
 22 Hausen Rieden 16.09.2009 31.12.2019 100 noch nicht gemeldet Die Bohrtiefe ist auf das 1. Grundwasserstockwerk (Unterer Keuper) zu beschränken ja 1  100
 23 Hausen Rieden 25.11.2013 31.12.2033 375 373 15 X 1  375
 24 Hausen Erbshausen 17.10.2016 31.12.2021 1.313 655 20 nein 1  1.313
 25 Kürnach Kürnach 12.05.2021 31.12.2035 200 WE seit 09/2016: 8621 21 X 1  200
 26 Kürnach Kürnach 02.07.2014 31.05.2024 2.750 713 keine Angaben im Bescheid X 1  2.750
 27 Kürnach Kürnach 19.09.2018 31.05.2028 5.000 4.650,00 41 X 1  5.000
 28 Kürnach Kürnach 16.03.2006 30.12.2026 300 241 35 X 1  300
 29 Prosselsheim Püssenheim 31.07.2019 31.12.2021 5.700 3.895 113,5 nein 1  5.700
 30 Prosselsheim Prosselsheim 15.06.2021 31.12.2031 400 Angabe fehlt 30 X 1  400
 31 Prosselsheim Püssensheim 09.04.2020 31.12.2023 2.000 1.285 19 X 1  2.000
 32 Prosselsheim Prosselsheim 08.04.2021 31.12.2021 16.000 2.109 45; 71 ja 2  8.000
 33 Prosselsheim Prosselsheim 17.03.2021 31.12.2022 10.000 7.526 42 X 1  10.000
 34 Prosselsheim Prosselsheim 08.07.2020 31.12.2030 2.000 1.300 3,6 X 1  2.000
 35 Unterpleichfeld Burggrumbach 28.10.2014 31.12.2034 8.000 noch nicht gemeldet 39,5 X 1  8.000
 36 Unterpleichfeld Burggrumbach 06.05.2021 31.12.2031 200 keine Dokumentation möglich 10 X 1  200
 37 Unterpleichfeld Bergtheim,
Opferbaum
08.04.2021 31.12.2021 8.100 noch nicht gemeldet 64 ja 1  8.100
 38 Unterpleichfeld Unterpleichfeld 24.01.2018 11.10.2022 4.000 351 12,5 X 1  4.000
 39 Unterpleichfeld Unterpleichfeld 22.07.2015 21.07.2025 4.000 1.907 17 X 1  4.000
 40 Unterpleichfeld Unterpleichfeld 05.02.2013 04.02.2023 2.000 211 25 (Rückbau der Brunnentiefe) X 1  2.000
 41 Unterpleichfeld Unter-/Ober-
pleichfeld,
15.04.2021 31.12.2021 154.400 98.717 max. Absenkung unter GOK: 12; 13; 17,50; 6,40; 16; 5; 22; 39; 22; 14; 38; 22; 10; 13; 8,50 ja 15  10.293
 42 Unterpleichfeld Unterpleichfeld 24.07.2015 23.07.2025 4.000 3.795 41 X 1  4.000
 43 Unterpleichfeld Unterpleichfeld 29.07.2015 28.07.2025 4.500 957 34 X 1  4.500
 44 Unterpleichfeld Unterpleichfeld 23.01.2020 20.07.2025 90.000 53.732 39 / 42 X 2  45.000
 45 Unterpleichfeld Unterpleichfeld 22.10.2020 31.12.2030 3.750 0 50 X 1  3.750
 46 Unterpleichfeld Unterpleichfeld 04.08.2015 03.08.2025 6.000 4.733 13,5 X 1 6.000
 47 Unterpleichfeld Unterpleichfeld 23.07.2015 22.07.2025 3.000 3.594 30 X 1 3.000
 48 Unterpleichfeld Unterpleichfeld 19.07.2016 18.07.2021 1.500 659 36 ja 1 1.500
 49 Unterpleichfeld Unterpleichfeld 27.07.2015 26.07.2025 9.000 noch nicht gemeldet 40 / 49 X 2 4.500
 50 Unterpleichfeld Burggrumbach 19.12.2002 31.12.2017 5.500 noch nicht gemeldet 4,3 ja 1 5.500
        Summe 599.928 378.121     96 6.240

 

Rückmeldung des WWA zu den bestehen sowie möglichen weiteren tiefen Brunnen (> 100 m):

Die drei betroffenen Brunnen erschließen tatsächlich jeweils ein tieferliegendes Grundwasserstockwerk innerhalb des Mittleren Muschelkalks.
In allen drei Fällen wird durch einen ordnungsgemäßen Brunnenausbau gewährleistet, dass nachteilige Auswirkungen auf den Grundwasserhaushalt ausgeschlossen werden können, sodass die Brunnen weiterhin betrieben werden dürfen.

Aus drei Gründen ist - nach heutigen Beurteilungskriterien - die Errichtung zusätzlicher Brauchwasserbrunnen in den Mittleren Muschelkalk im Bereich der Bergtheimer Mulde auszuschließen:

  1. Die drei Brunnen, die in das tiefere Grundwasserstockwerk reichen, wurden unter anderen Beurteilungsmaßstäben errichtet. Die Errichtung neuer Brunnen in dieses tiefere Grundwasserstockwerk wäre aus heutiger Sicht wegen der Gefahr einer dauerhaft nachteiligen Veränderung des Grundwassers durch die Bohrung (Gefahr eines hydraulischen Kurzschlusses, Gefahr von Wegsamkeiten zwischen den Grundwasserstockwerken und Gefahr dauerhafter Leckagen) nur unter sehr hohen Auflagen zulässig. Auch wenn eine einzelne, ordnungsgemäß ausgebaute Bohrung noch keine Gefahr für das Grundwasser darstellt, so kann die nachteilige Auswirkung in der Summe enorm sein (Präzedenzwirkung).

  2. Die Bewirtschaftung von Grundwasser muss sich an strikten Nachhaltigkeitskriterien orientieren. Die Entnahme aus einem zweiten oder tieferen, langsam regenerierenden Grundwasserleiter oder Grundwasserstockwerk lässt in der Regel signifikante nachteilige Auswirkungen auf den Wasserhaushalt besorgen. Eine Bewirtschaftung des zweiten Grundwasserstockwerkes zum Zwecke der landwirtschaftlichen Bewässerung würde diesen Nachhaltigkeitskriterien entgegen stehen. Auch hier ist die Summationswirkung zu beachten. Es darf nur das zur Verfügung stehende "nutzbare Dargebot" bewirtschaftet werden. In der Summe größerer Entnahmen wäre mit weiträumig nachteiligen qualitativen und quantitativen Auswirkungen im Muschelkalk-Grundwasserleiter zu rechnen. Da eine Bilanzierung dieses tieferen Grundwasservorkommens nicht vorliegt, sind die Folgen einer verstärkten Nutzung nicht abschätzbar.

  3. Der Grundwasserleiter des Mittleren Muschelkalks ist weiträumig bedeutsam für viele Trinkwassergewinnungsanlagen im Maintal. Der Nutzung des Muschelkalk-Grundwasserleiters für die öffentliche Wasserversorgung muss auch für die Zukunft - auch in Hinblick auf die möglichen Folgen des Klimawandels - absoluter Vorrang eingeräumt werden.